Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat am 29. September 2026 die Krankenkassenprämien für 2027 veröffentlicht. Die Prämien steigen stark: Die mittlere Prämie über alle Versicherten klettert schweizweit um 5,0 Prozent auf 412 Franken im Monat, nach 4,4 Prozent im Vorjahr. Für Erwachsene ab 26 Jahren beträgt der Anstieg 4,9 Prozent: Die mittlere Monatsprämie steigt um 22.80 Franken auf 487.60 Franken, für 2026 waren es noch 18.50 Franken. Wie stark Ihre eigene Prämie steigt, hängt von Wohnort, Franchise, Versicherer und Modell ab. Hier sehen Sie die Zahlen für alle 26 Kantone und was Sie jetzt tun können.
Das Wichtigste im Überblick
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Die mittlere Prämie fasst alle in der Schweiz bezahlten Prämien zusammen und teilt sie durch die Zahl der Versicherten. Sie sagt deshalb nicht, dass jede einzelne Police um genau fünf Prozent teurer wird. Für die drei Altersgruppen des BAG sieht die Entwicklung so aus:
| Altersgruppe | 2026 (CHF) | 2027 (CHF) | Veränderung (CHF) | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Erwachsene ab 26 Jahren | 464.80 | 487.60 | +22.80 | +4,9 % |
| Junge Erwachsene, 19 bis 25 Jahre | 323.40 | 338.80 | +15.40 | +4,8 % |
| Kinder bis 18 Jahre | 122.40 | 128.10 | +5.70 | +4,6 % |
«Die mittlere Krankenkassenprämie wird im Jahr 2027 412 Franken pro Monat betragen.»
Bundesamt für Gesundheit, Medienmitteilung vom 29. September 2026
Die Tabelle zeigt die mittleren Monatsprämien für Erwachsene ab 26 Jahren in jedem Kanton, 2026 und 2027 samt Veränderung. Ein 35-jähriger Mann oder eine 35-jährige Frau fällt in diese Altersgruppe; das Geschlecht spielt in der Grundversicherung keine Rolle. Die Werte enthalten alle Wahlfranchisen und Versicherungsmodelle und sind vom BAG gerundet. Sie ersetzen deshalb keine persönliche Offerte: Ihre Prämie hängt zusätzlich von Gemeinde und Prämienregion, Franchise, Modell, Versicherer und Unfalldeckung ab.
| Kanton | 2026 (CHF) | 2027 (CHF) | Veränderung (CHF) | Veränderung |
|---|---|---|---|---|
| Aargau | 440.20 | 464.70 | +24.60 | +5,6 % |
| Appenzell Ausserrhoden | 406.10 | 422.30 | +16.10 | +4,0 % |
| Appenzell Innerrhoden | 321.40 | 340.50 | +19.10 | +5,9 % |
| Basel-Landschaft | 522.60 | 544.50 | +21.90 | +4,2 % |
| Basel-Stadt | 546.10 | 570.60 | +24.50 | +4,5 % |
| Bern | 470.70 | 494.40 | +23.70 | +5,0 % |
| Freiburg | 442.60 | 465.50 | +22.90 | +5,2 % |
| Genf | 585.40 | 610.60 | +25.10 | +4,3 % |
| Glarus | 415.40 | 426.50 | +11.20 | +2,7 % |
| Graubünden | 399.80 | 415.60 | +15.80 | +3,9 % |
| Jura | 520.50 | 551.00 | +30.50 | +5,9 % |
| Luzern | 403.90 | 422.20 | +18.30 | +4,5 % |
| Neuenburg | 530.80 | 558.80 | +28.00 | +5,3 % |
| Nidwalden | 376.20 | 397.20 | +21.00 | +5,6 % |
| Obwalden | 371.10 | 386.70 | +15.60 | +4,2 % |
| Schaffhausen | 444.40 | 470.60 | +26.20 | +5,9 % |
| Schwyz | 399.20 | 418.50 | +19.20 | +4,8 % |
| Solothurn | 466.70 | 493.50 | +26.80 | +5,7 % |
| St. Gallen | 407.20 | 427.40 | +20.20 | +5,0 % |
| Tessin | 582.30 | 603.60 | +21.30 | +3,7 % |
| Thurgau | 413.00 | 433.20 | +20.30 | +4,9 % |
| Uri | 361.60 | 377.70 | +16.10 | +4,5 % |
| Waadt | 526.60 | 543.50 | +16.90 | +3,2 % |
| Wallis | 436.10 | 460.90 | +24.80 | +5,7 % |
| Zug | 311.20 | 324.90 | +13.70 | +4,4 % |
| Zürich | 451.30 | 477.00 | +25.70 | +5,7 % |
| Schweiz | 464.80 | 487.60 | +22.80 | +4,9 % |
Quelle: Bundesamt für Gesundheit, kantonale monatliche mittlere Prämien 2026 und 2027 der obligatorischen Krankenpflegeversicherung für Erwachsene ab 26 Jahren, inklusive Wahlfranchisen und Modelle.
Die Spannweite ist gross. Am teuersten ist 2027 Genf mit einer mittleren Prämie von 610.60 Franken im Monat, gefolgt vom Tessin mit 603.60 Franken und Basel-Stadt mit 570.60 Franken. Am günstigsten bleibt Zug mit 324.90 Franken, danach kommen Appenzell Innerrhoden mit 340.50 Franken und Uri mit 377.70 Franken. Den grössten Anstieg in Franken verzeichnet der Jura mit 30.50 Franken im Monat, den kleinsten in Prozent Glarus mit 2,7 Prozent. Im Kanton Zürich steigt die mittlere Prämie für Erwachsene um 5,7 Prozent auf 477 Franken.
Was Sie an Ihrem Wohnort mit Ihrer Franchise und Ihrem Modell konkret bezahlen, zeigt unser Prämienvergleich für alle Kantone. Für Grenzgänger mit Wohnsitz in Deutschland gelten eigene Prämien, mehr dazu auf der Seite Krankenversicherung für Grenzgänger.
Ab den Prämien für 2027 teilt der Prämienrechner des Bundes auf priminfo.admin.ch die Modelle mit eingeschränkter Arztwahl neu ein. Entscheidend ist, wer bei gesundheitlichen Fragen die erste Anlaufstelle ist:
| Kategorie | Erste Anlaufstelle | Was sich ändert |
|---|---|---|
| PRAXIS | Eine vorgegebene Arztpraxis, etwa Hausarzt, Hausärztin oder ein Ärztezentrum | Fasst die bisherigen Kategorien Hausarzt und HMO zusammen |
| TEL_DIG | Telefon oder digital, zum Beispiel ein Telemedizinzentrum oder eine App | Neuer Name für die bisherigen «weiteren Modelle» |
| PHARM | Eine Partnerapotheke des Versicherers | Neue Kategorie |
| FLEX | Freie Wahl zwischen mehreren ersten Anlaufstellen, etwa Hausarztpraxis und Telemedizin | Neue Kategorie |
Die neuen Namen machen Angebote besser vergleichbar. Die versicherten Leistungen der Grundversicherung bleiben dieselben. Prüfen Sie vor einem Wechsel trotzdem die Bedingungen des einzelnen Versicherers, denn jedes Modell regelt anders, wen Sie zuerst kontaktieren müssen.
Die Prämien müssen für jeden Versicherer und jeden Kanton die erwarteten Kosten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung decken. 2025 sind diese Kosten um 5,3 Prozent gestiegen. Für 2026 rechnet das BAG mit einem Anstieg von 4,7 Prozent, für 2027 mit 5,0 Prozent. Als Treiber nennt das Amt vor allem mehr Behandlungen, den medizinisch-technischen Fortschritt und die Alterung der Bevölkerung; seit 2024 kommen höhere kantonale Tarife dazu.
«Die Prämien belasten die Bevölkerung in der Schweiz zunehmend.»
Bundesamt für Gesundheit, Medienmitteilung vom 29. September 2026
Ihre Krankenkasse muss Sie bis Ende Oktober 2026 über Ihre Prämie für 2027 informieren. Danach haben Sie bis Ende November Zeit, die Grundversicherung zu wechseln oder das Modell anzupassen. In der Grundversicherung gilt die Aufnahmepflicht: Jede Krankenkasse muss Sie aufnehmen, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand.
«In der Grundversicherung müssen die Krankenversicherer jede Person aufnehmen.»
Bundesamt für Gesundheit, Medienmitteilung vom 29. September 2026
Prämien 2027 in Ihrem Kanton vergleichen
Nein: Die 5,0 Prozent für 2027 sind der Mittelwert über alle Versicherten der Schweiz, für Erwachsene sind es 4,9 Prozent. Je nach Kanton steigt die mittlere Prämie für Erwachsene zwischen 2,7 Prozent in Glarus und 5,9 Prozent in Appenzell Innerrhoden, Jura und Schaffhausen. Ihre persönliche Veränderung hängt zusätzlich von Prämienregion, Franchise, Versicherer und Modell ab. Den genauen Betrag nennt Ihnen Ihre Krankenkasse bis Ende Oktober.
Ja: 2027 steigt die mittlere Prämie um 5,0 Prozent, für 2026 waren es 4,4 Prozent. Bei Erwachsenen ab 26 Jahren beträgt der Anstieg 4,9 Prozent oder 22.80 Franken im Monat, im Vorjahr 4,1 Prozent oder 18.50 Franken. Als Grund nennt das Bundesamt für Gesundheit die weiter wachsenden Kosten: 2025 stiegen sie um 5,3 Prozent, für 2027 erwartet es 5,0 Prozent.
Die mittlere Prämie über alle Versicherten beträgt 2027 412 Franken im Monat, 5,0 Prozent mehr als 2026. Erwachsene ab 26 Jahren zahlen im Mittel 487.60 Franken, junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren 338.80 Franken und Kinder 128.10 Franken. Das BAG berechnet den Wert, indem es alle bezahlten Prämien addiert und durch die Zahl der Versicherten teilt.
Am teuersten ist die Grundversicherung 2027 in Genf mit einer mittleren Prämie von 610.60 Franken im Monat für Erwachsene, knapp vor dem Tessin mit 603.60 Franken und Basel-Stadt mit 570.60 Franken. Am günstigsten ist Zug mit 324.90 Franken, danach folgen Appenzell Innerrhoden und Uri. Innerhalb eines Kantons unterscheiden sich die Prämien je nach Region, Franchise und Versicherer nochmals deutlich.
Die Grundversicherung für 2027 können Sie bis Ende November 2026 wechseln oder Ihr Versicherungsmodell anpassen. Vorher, bis Ende Oktober, muss Ihnen Ihre Krankenkasse die neue Prämie mitteilen. Ihre Kündigung sollte bis Ende November bei der bisherigen Kasse eintreffen. Die neue Krankenkasse muss Sie aufnehmen, denn in der Grundversicherung gilt die Aufnahmepflicht, unabhängig von Alter und Gesundheitszustand.
Nein: In der Grundversicherung zahlen Männer und Frauen 2027 dieselbe Prämie, bei Erwachsenen ab 26 Jahren im Schweizer Mittel 487.60 Franken im Monat. Das Gesetz erlaubt Unterschiede nur nach Wohnkanton und Prämienregion, Altersgruppe, Franchise und Versicherungsmodell. Ein 35-jähriger Mann und eine gleichaltrige Frau mit derselben Franchise und demselben Modell zahlen beim selben Versicherer also gleich viel.
Es sind die 4 neuen Kategorien, mit denen der Prämienrechner des Bundes ab den Prämien 2027 die Modelle mit eingeschränkter Arztwahl einteilt. Bei PRAXIS ist eine Arztpraxis die erste Anlaufstelle, bei TEL_DIG ein Telefon- oder Digitalangebot, bei PHARM eine Partnerapotheke. FLEX lässt Ihnen die Wahl zwischen mehreren ersten Anlaufstellen. Die Leistungen der Grundversicherung bleiben in allen Modellen gleich.
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