In der Schweiz zahlt jede erwachsene Person 2027 im Mittel 487.60 Franken im Monat für die Grundversicherung (Bundesamt für Gesundheit). Der Arbeitgeber zahlt nichts dazu. In der deutschen GKV zahlen Angestellte einen Teil vom Lohn: 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, 2026 im Schnitt 2,9 Prozent. Die Hälfte trägt der Arbeitgeber. Kinder und Partner sind in der Schweiz nicht kostenlos mitversichert. Und einen Teil der Arztkosten zahlen Sie selbst.
«Jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz muss sich innert drei Monaten nach der Wohnsitznahme oder der Geburt in der Schweiz für Krankenpflege versichern […].»
Bundesgesetz über die Krankenversicherung (KVG), Artikel 3 Absatz 1, Stand 1. Juli 2026
Die Tabelle zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen der Schweizer Grundversicherung nach dem Krankenversicherungsgesetz (KVG) und der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung. Zusatzversicherungen sind nicht berücksichtigt.
| Merkmal | Schweiz: Grundversicherung (KVG) | Deutschland: gesetzliche Krankenversicherung (GKV) |
|---|---|---|
| Wer versichert | 32 Krankenkassen. Mit der Grundversicherung dürfen sie keinen Gewinn machen. Aufsicht: Bundesamt für Gesundheit. | Gesetzliche Krankenkassen wie AOK oder TK. Aufsicht: Bund oder Bundesland. |
| Beitrag | Fester Betrag pro Person, egal wie hoch der Lohn ist. 2027 im Mittel 487.60 Franken im Monat. | Ein Teil vom Lohn: 14,6 Prozent plus Zusatzbeitrag, 2026 im Schnitt 2,9 Prozent. Gilt bis 5'812.50 Euro Lohn im Monat. |
| Arbeitgeber | Zahlt nichts dazu. | Zahlt die Hälfte. |
| Familie | Jede Person zahlt selbst. Kinder 2027 im Mittel 128.10 Franken im Monat. | Partner und Kinder ohne eigenes Einkommen sind kostenlos mitversichert. |
| Selbst bezahlen | Zuerst 300 bis 2'500 Franken im Jahr (Franchise). Danach 10 Prozent, höchstens 700 Franken. Im Spital 15 Franken pro Tag. | Arztbesuch kostenlos. Medikamente meist 5 bis 10 Euro. Spital 10 Euro pro Tag, höchstens 28 Tage. Insgesamt höchstens 2 Prozent vom Einkommen im Jahr. |
| Arztwahl | Frei im Standardmodell. Im Sparmodell gehen Sie zuerst zu einer festen Stelle, zum Beispiel zum Hausarzt. Dafür ist die Prämie tiefer. | Frei bei allen Ärztinnen und Ärzten mit Kassenzulassung. |
| Spital | Mehrbettzimmer in einem Spital auf der Liste des Kantons. Zweier- oder Einzelzimmer nur mit Zusatzversicherung. | Mehrbettzimmer. Zweier- oder Einzelzimmer und Chefarzt kosten extra. |
| Zahnarzt | Nein. Nur bei schweren Krankheiten. | Ja, Kontrolle und Füllungen. Für Zahnersatz gibt es einen Zuschuss von 60 Prozent, mit Bonusheft bis 75 Prozent. |
| Brille | Kinder bis 18 Jahre: 180 Franken im Jahr. Erwachsene nur bei sehr starker Sehschwäche. | Kinder bis 18 Jahre. Erwachsene nur bei sehr starker Sehschwäche. Das Gestell nie. |
| Lohn bei Krankheit | Nicht in der Grundversicherung. Meist versichert der Arbeitgeber 80 Prozent vom Lohn, bis 720 Tage. | 6 Wochen voller Lohn. Danach Krankengeld, rund 70 Prozent vom Bruttolohn, bis 78 Wochen. |
Quellen, Stand Oktober 2026: Bundesamt für Gesundheit (Prämien 2027), Krankenversicherungsgesetz (KVG), Bundesministerium für Gesundheit (Beiträge 2026), Sozialgesetzbuch V. Die deutschen Werte für 2027 stehen noch nicht fest.
Für Ledige meist nicht, für Familien schon. Ein Beispiel aus unserem Lohnrechner: Eine ledige Person verdient in Zürich 6'500 Franken brutto im Monat. Netto bleiben ihr 2026 rund 5'178 Franken. Die Grundversicherung kostet sie 2027 im Mittel 477.00 Franken im Monat. In Deutschland wären das rund 6'981 Euro Lohn. Damit zahlt sie 2026 in der GKV den Höchstbeitrag, rund 509 Euro im Monat. Die Pflegeversicherung kommt noch dazu.
Für Familien sieht es anders aus. Zwei Erwachsene und zwei Kinder zahlen in der Schweiz 2027 im Mittel 1'231.40 Franken im Monat. In Deutschland sind Partner ohne Einkommen und Kinder kostenlos mitversichert. Sparen können Sie mit einer höheren Franchise und einem Sparmodell. Was die Kasse an Ihrem Wohnort kostet, zeigt der Prämienrechner auf der Seite Krankenversicherung in der Schweiz.
In der Schweiz wird die Grundversicherung im Alter nicht teurer. Ab 26 Jahren zahlen alle Erwachsenen bei derselben Kasse am selben Ort denselben Betrag. 2027 sind das im Mittel 487.60 Franken im Monat. Die Höhe der Rente spielt keine Rolle. Die Deckung für Unfälle ist eingeschlossen, weil die Versicherung des Arbeitgebers wegfällt.
In Deutschland zahlen gesetzlich versicherte Rentner einen Teil ihrer Rente. Für die Krankenkasse sind es 2026 rund 8,75 Prozent, die andere Hälfte zahlt die Rentenversicherung. Dazu kommen 3,6 Prozent für die Pflegeversicherung, ohne Kinder 4,2 Prozent. Diesen Beitrag tragen Rentner allein.
| Rente im Monat | Schweiz: Grundversicherung 2027 (Mittel) | Deutschland: Kranken- und Pflegeversicherung 2026 |
|---|---|---|
| 1'200 Euro | 487.60 Franken (rund 524 Euro) | 148.20 Euro |
| 1'800 Euro | 487.60 Franken (rund 524 Euro) | 222.30 Euro |
| 2'500 Euro | 487.60 Franken (rund 524 Euro) | 308.75 Euro |
| Ehepaar, eine Rente von 2'500 Euro, Partner ohne eigenes Einkommen | 975.20 Franken (rund 1'047 Euro) | 308.75 Euro, Partner kostenlos mitversichert |
Deutschland: Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Rentner mit Kindern, durchschnittlicher Zusatzbeitrag (8,75 plus 3,6 Prozent). Schweiz: mittlere Prämie für Erwachsene, unabhängig von Alter und Rente. Umrechnung mit 1,074 Euro je Franken. Quellen: Bundesamt für Gesundheit, Bundesministerium für Gesundheit, Gemeinsame Einrichtung KVG.
Mit kleiner und mittlerer Rente ist die Schweiz also deutlich teurer, für Ehepaare erst recht. Wer wenig Einkommen hat, bekommt dort aber Prämienverbilligung vom Kanton. Im Alter zählen auch Franchise und Selbstbehalt mehr, weil man öfter zum Arzt geht. Viele Rentner wählen deshalb die Franchise von 300 Franken. Zusatzversicherungen werden mit dem Alter teurer und sind nach einer Gesundheitsprüfung oft nicht mehr zu bekommen.
Wichtig für deutsche Rentner: Rentner sind in dem Land versichert, das die Rente zahlt. Wer nur eine deutsche Rente bezieht und gesetzlich versichert ist, bleibt deshalb auch in der Schweiz meist bei der deutschen Kasse. Dafür braucht es das Formular S1 der Kasse. Wer eine AHV- oder Pensionskassenrente bezieht, ist in der Regel in der Schweiz versichert.
Neben dem Standardmodell gibt es 2027 vier Arten von Sparmodellen. Die Leistungen sind überall gleich. Der Unterschied: Bei Krankheit gehen Sie zuerst zu einer festen Stelle.
Im Notfall dürfen Sie immer direkt zum Arzt oder ins Spital. Wer den ersten Schritt auslässt, bekommt unter Umständen weniger bezahlt. Das Modell können Sie jedes Jahr auf Ende Jahr wechseln. Die Kündigung muss bis zum 30. November bei der Kasse sein.
Die Grundversicherung zahlt 2027 bei allen 32 Kassen dasselbe. Dazu gehören:
Nicht bezahlt werden normale Zahnbehandlungen, Brillen für Erwachsene und ein Zweier- oder Einzelzimmer im Spital. Dafür gibt es freiwillige Zusatzversicherungen. Welche zu Ihnen passt, steht auf der Seite Krankenversicherung für Einwanderer.
In der Schweiz gibt es keine gesetzliche Krankenkasse wie die AOK. Es gibt auch keine private Vollversicherung wie die deutsche PKV. Die Grundversicherung ist für alle Pflicht. Private Kassen bieten sie an, dürfen damit aber keinen Gewinn machen. Privat sind nur die freiwilligen Zusatzversicherungen. Mehr dazu steht auf der Seite Krankenversicherung in der Schweiz. Was aus einer deutschen PKV wird, erklärt die Seite Krankenversicherung für Einwanderer.
Wer in der Schweiz wohnt, muss sich innert drei Monaten versichern. Die Frist beginnt mit der Anmeldung in der Gemeinde. 2027 bieten 32 Krankenkassen die Grundversicherung an. Die Leistungen sind überall gleich, nur der Preis nicht. Er hängt von Kasse, Wohnort, Alter, Franchise und Modell ab. Erwachsene zahlen 2027 im Mittel 487.60 Franken im Monat. Jede Person zahlt selbst, der Arbeitgeber nichts. Für Zahnarzt oder Einzelzimmer braucht es eine Zusatzversicherung.
Die Grundversicherung ist die Krankenversicherung, die in der Schweiz für alle Pflicht ist. Es gibt sie seit 1996. Sie zahlt Arzt, Spital im Mehrbettzimmer, Medikamente und Schwangerschaft. Das ist bei allen Kassen gleich. Jede Kasse muss Sie aufnehmen, ohne Fragen zur Gesundheit. 2027 kostet sie Erwachsene im Mittel 487.60 Franken im Monat. Einen Teil der Kosten zahlen Sie selbst: zuerst die Franchise, danach 10 Prozent.
Ja, das geht. Grund- und Zusatzversicherung sind zwei getrennte Verträge. Die Grundversicherung muss jede der 32 Kassen annehmen. Bei der Zusatzversicherung darf die Kasse nach Ihrer Gesundheit fragen und Sie auch ablehnen. Die Grundversicherung können Sie jedes Jahr wechseln. Die Kündigung muss bis zum 30. November bei der Kasse sein. Für die Zusatzversicherung gelten eigene Fristen. So kombinieren Sie 2027 die günstigste Grundversicherung mit der passenden Zusatzversicherung.
An die Grundversicherung zahlt der Arbeitgeber nichts. Die Prämie zahlen Sie selbst, 2027 im Mittel 487.60 Franken im Monat. In Deutschland zahlt der Arbeitgeber die Hälfte. Dafür versichert Sie der Schweizer Arbeitgeber gegen Unfälle. Wer mindestens 8 Stunden pro Woche arbeitet, ist so auch in der Freizeit versichert. Dann können Sie den Unfall in der Krankenkasse weglassen. Bei Krankheit zahlt eine Versicherung des Arbeitgebers meist 80 Prozent vom Lohn.
Nein. In der Schweiz zahlt jede Person eine eigene Prämie, auch jedes Kind. Kinder kosten 2027 im Mittel 128.10 Franken im Monat. Junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren zahlen 338.80 Franken. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt so im Mittel 1'231.40 Franken im Monat. In Deutschland sind Partner und Kinder ohne Einkommen kostenlos mitversichert. In der Schweiz helfen Prämienverbilligungen vom Kanton und Rabatte für Kinder.
In der Schweiz zahlen Sie zuerst die Franchise selbst. Das sind 300 bis 2'500 Franken im Jahr, je nach Vertrag. Danach zahlen Sie 10 Prozent der Kosten, höchstens 700 Franken im Jahr. Im Spital kommen 15 Franken pro Tag dazu (Stand 2027). In Deutschland ist der Arztbesuch kostenlos. Für Medikamente zahlen Sie dort meist 5 bis 10 Euro, im Spital 10 Euro pro Tag. Insgesamt zahlen Sie höchstens 2 Prozent vom Einkommen im Jahr.
Beim Arzt oft ja. Sie bekommen die Rechnung nach Hause und bezahlen sie. Dann schicken Sie die Rechnung an Ihre Krankenkasse. Die Kasse zahlt Ihnen zurück, was über der Franchise liegt, abzüglich 10 Prozent. Spitäler und viele Apotheken rechnen direkt mit der Kasse ab. Mit der kleinsten Franchise von 300 Franken zahlen Erwachsene 2027 höchstens 1'000 Franken im Jahr selbst. Dazu kommt nur der Beitrag im Spital.
Drei Dinge fallen Deutschen am meisten auf. Jede Person zahlt eine eigene Prämie, 2027 im Mittel 487.60 Franken im Monat. Der Arbeitgeber zahlt nichts dazu. Und Arztrechnungen zahlt man bis zur Franchise selbst. Dafür können Sie die Kasse frei wählen, ohne Fragen zur Gesundheit. Wechseln geht jedes Jahr bis zum 30. November. Wer gesund ist, spart mit einer hohen Franchise. Mit 2'500 Franken Franchise gibt es Angebote ab 213.20 Franken im Monat.
Rentner zahlen in der Schweiz dieselbe Prämie wie alle Erwachsenen, 2027 im Mittel 487.60 Franken im Monat. Die Prämie steigt im Alter nicht, und die Höhe der Rente spielt keine Rolle. Die Deckung für Unfälle ist eingeschlossen. In Deutschland zahlen gesetzlich versicherte Rentner 2026 rund 12,35 Prozent der Rente für Kranken- und Pflegeversicherung. Wer nur eine deutsche Rente hat, bleibt mit dem Formular S1 meist bei der deutschen Kasse.
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